Freitag, 02.10.2026 19:51 Uhr

Frieden braucht Mut: Alternativer Preis in Münster

Verantwortlicher Autor: Martino Brando Münster, 02.10.2026, 17:53 Uhr
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Rüdiger Sagel und Juliane Brüggemann überreichen Sarah Ghebremariam den Alternativen Westfälischen Friedenspreis.
Rüdiger Sagel und Juliane Brüggemann überreichen Sarah Ghebremariam den Alternativen Westfälischen Friedenspreis.  Bild: Martino Brando

Münster [ENA] Münster setzt ein Zeichen für eine andere Friedenspolitik: Im Friedenssaal erhielt Connection e.V. den ersten Alternativen Westfälischen Friedenspreis. Der Verein unterstützt Kriegsdienstverweigerer und Deserteure weltweit. Die Auszeichnung entstand aus Protest gegen die Ehrung der NATO.

Connection e. V. arbeitet seit 1993 international für das Recht auf Kriegsdienstverweigerung und unterstützt Deserteure, Militärdienstentzieher und Verweigerer unter anderem aus der Ukraine, Russland und weiteren Ländern. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde erstmals vergeben. Anlass für die Gründung des Alternativen Westfälischen Friedenspreises war die Entscheidung, den offiziellen Westfälischen Friedenspreis 2026 an die NATO zu verleihen. Die Initiatoren wollten dem bewusst ein anderes Friedensverständnis gegenüberstellen: Im Mittelpunkt stehen Menschen, die sich Krieg, Militarisierung und militärischer Gewalt verweigern.

Franz Nadler, Juliane Brüggemann und Sarah Ghebremariam bei der Preisverleihung in Münster.
„ Recht auf Kriegsdienstverweigerung“
Applaus im Friedenssaal nach der Dankesrede der Preisträgerin.

Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs eröffnete die Feier mit einem Grußwort. Frieden bedeute, die eigene Zukunft gestalten zu können, sagte er. Heribert Prantl rückte anschließend Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes in den Mittelpunkt: Niemand dürfe gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Er warnte davor, dieses Recht gerade im Kriegsfall infrage zu stellen. In ihrer Laudatio würdigte Margot Käßmann Connection e.V. für den Einsatz zugunsten von Kriegsdienstverweigerern und Deserteuren. Sie betonte auch die Bedeutung des Kirchenasyls und appellierte sinngemäß, die Türen der Kirchen für Schutzsuchende zu öffnen.

Oberbürgermeister Tilman Fuchs begrüßt die Gäste im Rathaus Münster.
Heribert Prantl spricht über das Recht auf Kriegsdienstverweigerung.
„Die Kirchen sollten ihre Türen für Schutzsuchende wieder stärker öffnen“

Connection e. V. entstand 1993 aus der internationalen Arbeit für Kriegsdienstverweigerer. Der Verein mit Sitz in Offenbach berät Verfolgte, unterstützt Deserteure bei der Suche nach Schutz und Asyl und vernetzt Friedensgruppen über Ländergrenzen hinweg. Seine Arbeit gilt heute auch Kriegsgegnern aus Russland, Belarus und der Ukraine. 1996 erhielt Connection den Aachener, 2024 den Bremer Friedenspreis. Mehr über den Verein: https://de.connection-ev.org Weitere Bilder finden Sie in der ENA-Fotogalerie sowie auf meinen Profilen bei Facebook und Instagram: Martin Brand.

Margot Käßmann erhält nach ihrer Laudatio Applaus von den Gästen der Preisverleihung im Rathaus Münster.
Das Historische Rathaus Münster war Schauplatz der Verleihung des Alternativen Westfälischen Friedenspreises.
Connection e. V. nach der Ehrung: Prantl (links), Brüggemann (Mitte links), Käßmann (Mitte), Ghebremariam (rechts danebe
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